Gottesdienst zur Bewahrung der Schöpfung

Der verlorene Sohn - die verlorene Menschheit
Eine Geschichte des gelungenen Lebens, die das Scheitern miteinbezieht

Begrüßung

Heute hören wir das Evangelium vom Verlorenen Sohn: Zunächst eine Geschichte des Scheiterns. Der Sohn verliert sein ganzes Erbe und ist am Ende. Und doch eine Geschichte des gelingenden Lebens. Der Sohn liegt im Dreck in tiefer Resignation. Da hält er inne, er steht auf, schüttelt den Staub von den Füßen und geht los. Und da kommt ihm der Vater entgegen und umarmt ihn. 

Also eine Geschichte des gelingenden Lebens, die das Scheitern miteinbezieht. 

Kyrie 

Die Menschheit hat auch ihr Erbteil bekommen, das ihr zusteht, wie der verlorene Sohn. Unser Erbteil ist die Schöpfung. Wir haben die Schöpfung bekommen. Um zu lernen damit umzugehen und sie zu lieben wie den Schöpfer. 

Und wie der verlorene Sohn, haben wir unser Erbe, die Schöpfung in kurzer Zeit verprasst, und stehen jetzt fast am Ende. Wie der Sohn, der alles verloren hat.

  • Wir verschleudern unser Erbe, die Schöpfung. Lass uns Inne halten!
    Herr erbarme dich
  • Wir verschleudern unser Erbe, die Schöpfung. Lass uns auf-stehen! du wirst uns aufrichten.
    Christus erbarme dich
  • Wir verschleudern unser Erbe, die Schöpfung.  Lass uns losgehen! Du wirst uns entgegenkommen.
    Herr erbarme dich

 

A = der Vater/ Gott, tiefe laute Stimme aus dem Hintergrund, Sprecher nicht zu sehen

B: Ich bin die Menschheit. Wie der verlorene Sohn bin auch ich verloren.

A: ich bin der Vater

B: Vater! Gib mir das Erbteil, das mir zusteht!

A: Ich gebe dir deinen Erbteil, die Schöpfung.  Achte auf sie, bewahre sie gut. Es ist deine Lebensgrundlage und die deiner Kinder. 

B: Ich bin die Menschheit, wie der verlorene Sohn, habe ich unser Erbe, die Schöpfung in kurzer Zeit verprasst, wir Menschen haben die Klimakrise verursacht, und stehen jetzt scheinbar fast am Ende.

A: Ich habe kluge Köpfe geschaffen, Wissenschaftler mit Verstand. Weißt du, was sie herausgefunden haben?

B: Ja, die Experten aus 195 Ländern schreiben im Report des Weltklimarates bereits vor 3 Jahren:  Die Menschheit ist gefährdet. Einige Kipppunkte sind bereits erreicht. Diese Experten haben aber auch Wege aus der Krise gefunden. Leider gehen wir diese Wege viel zu langsam.

A: Auch mein verlorener Sohn war in großer Not, in Hoffnungslosigkeit, scheinbar ohne Macht. Und genau da, ging ein geistiger Ruck durch den verlorenen Sohn. Er hat gemerkt, er muss den ersten Schritt tun. Er stand auf, schüttelte den Staub von den Füßen und ging nach Hause zu seinem Vater, zu mir. In diesem Moment bin ich ihm mit offenen Armen entgegengekommen. (Ich war so froh!) 

Wie steht es mit dir, Menschheit?

B: Auch ich, als Menschheit stehe an diesem Punkt, scheinbar ohne Macht. Und genau dort, wo wir Menschen jetzt stehen, kann jeder von uns innehalten.
Innehalten und erkennen, ich muss den ersten Schritt tun. Den ersten Schritt, um meine Zukunft mit zu gestalten. Dann wirst du mir entgegenkommen, Vater.


A: Ja mein geliebter Mensch. Halte inne, stehe auf, wende dich einer besseren Zukunft zu. Ich komme dir entgegen. Ich bin da. (Jahwe.)


B: Danke für Deine Zusage. Trotzdem fällte es mir schwer loszulassen und aufzubrechen. Ich fühle mich allein und machtlos. Kann ich allein was ändern?

A: Du bist mein Abbild, ein Abbild Gottes.  Du bist nicht machtlos. Und du bist nicht allein, viele Menschen sind bereits mit dir auf dem Weg. Ich bin auch dabei. So heiße ich ja -Ich bin da - Jahwe.

Gemeinsam könnt ihr (können wir) etwas erreichen.

B: Und doch sehe ich so viele, die sich nicht wirklich um die Umwelt kümmern. In der Nachbarschaft -und scheinbar ganzen Ländern.

A: Wenn viele eure Lebensgrundlagen zerstören, musst du dann dabei mitmachen? Wenn viele lügen, ist das ein Grund auch zu lügen? Du hast Verantwortung für das, was du tust. Und diese Verantwortung kannst du auch übernehmen.
Richte deinen Fokus auf Menschen, die mit dir auf dem Weg sind. Du darfst entdecken: Wir sind nicht allein. Viele gehen bereits mit dir. Wir dürfen und können uns zusammenschließen und gemeinsam aktiv werden.

Mit Herzblut für das einsetzen, was man liebt, macht glücklich.
Das stiftet Sinn.

B: Und doch ist alles sehr anstrengend. Ich fühle mich so, als sei ich in einem Kampf.

A: Ihr zieht nicht in den Kampf. Nimm ein versöhnlicheres Bild: Ihr zieht nicht gemeinsam in den Kampf, ihr zieht gemeinsam am gleichen Strang. Dieses Bild ist weniger anstrengend. Du kannst auch mal eine Pause machen und die anderen an diesem Strang ziehen lassen und später wieder mitziehen und anderen eine Pause gönnen. - - -
Das Geheimnis des Wandels liegt darin, nicht das Vergangene zu bekämpfen, sondern alle Energie darauf zu richten, das Neue aufzubauen.

Entdecke, was möglich ist – und gestalte eine lebendige Welt

(Kurze Stille)

Fürbitten und Vater unser in einem

Das „Vater unser“ - ökologisch ausgelegt

Unser Vater im Himmel.

Du bist unser Vater, wir alle sind Geschwister. Wir sind füreinander verantwortlich.

Dein Name werde geheiligt.

Wer sich für die Schöpfung einsetzt, heiligt den Namen des Schöpfers. 

Dein Reich komme.

Mögen die heutigen Leiden Geburtswehen sein, Geburtswehen einer geschwisterlichen und nachhaltigeren Welt.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf der Erde.

Dein Wille, dass jeder von uns sich dafür einsetzt, dass auch unsere Kinder noch auf dieser Erde leben können.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Gib uns jeden Tag neu so viel, wie wir brauchen, um in Würde zu leben. Aber lass uns loslassen von dem, was wir für ein Leben in Würde nicht unbedingt brauchen.

Und vergib uns unsere Schuld.

Wir Menschen haben die Klimakrise verursacht. Wir haben zu viel verbraucht, zu gedankenlos gelebt. Lass uns innehalten und umkehren in der Hoffnung, dass du uns entgegen kommst mit offenen Armen. 

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Wir sehen so viele, die scheinbar gar nicht nachhaltig leben. Lenke unseren Blick auf die, die gemeinsam unterwegs sind mit uns und sich für eine gute Zukunft einsetzen. 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Stärke uns insbesondere gegen die ständige Versuchung, die Natur einfach als unseren Besitz zu betrachten, mit dem wir meinen, machen zu können, was wir wollen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Das Geheimnis des Wandels liegt darin, nicht das Vergangene zu bekämpfen, sondern alle Energie darauf zu richten, das Neue aufzubauen. Gestalten wir gemeinsam dein Reich.

Zur Kommunion

Thomas Halik sagt: Erneut habe ich für mich das Geheimnis von Ostern entdeckt, das Geheimnis des Todes und der Auferstehung: Etwas muss sterben, damit es zur Auferstehung kommen kann – Das gilt für mich selbst, für unseren Glauben, für die Kirche – Es muss etwas sterben, damit es zur Auferstehung kommen kann. Und die Auferstehung ist nicht eine Rückkehr, sondern eine Tiefgehende Verwandlung. 

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