Klimatreff - Mensch und Zukunft
Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf
Letzte Treffen
"The Letter" in der Filmburg 13. März
Ein Abend, der bewegt und aufrüttelt und Fragen aufwirft:
Wie Hoffnung geht? – Wie werden wir Teil der Lösung?
Eindrucksvolle Naturaufnahmen machten die Schönheit unserer Erde sichtbar – und ebenso, wie wir diese Lebensgrundlagen bereits zerstören.
Der Film führt vor Augen, wie Trockenheit, Brände und Umweltzerstörung das Leben vieler Menschen gefährden. Ganze Dörfer werden schon heute vom steigenden Meeresspiegel überflutet. Und die globale Dimension wird immer deutlicher: In nur 25 Jahren werden mehr als eine Milliarde Klimaflüchtlinge erwartet – Menschen, die ihre Heimat verlieren, weil sie unbewohnbar wird.
The Letter knüpft an die Umweltenzyklika ‚Laudato si’ von Papst Franziskus an, in der er zu einem weltweiten, deutlich größeren Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung aufruft. Im Film lädt Franziskus fünf Menschen aus verschiedenen Kontinenten nach Rom ein – Menschen, die besonders stark von der Klimakrise betroffen sind und sich mutig für ihre Umwelt einsetzen. Die Begegnung mit Franziskus ermutigt sie und gibt ihrem Engagement neue Kraft.
Der Film erschütterte und rief bei den Zuschauern starke Emotionen aus.
Dort, wo wir etwas fühlen, sind wir lebendig – auch wenn es schmerzhafte Gefühle sind. Verbundenheit mit dem Leben heißt – und das wird durch die fünf Protagonisten eindrucksvoll sichtbar – die Fülle des Lebens zu feiern, wo sie uns begegnet, und dort, wo Leben bedroht oder zerstört wird, aufzustehen für lebensfreundlichere Strukturen.
Am Ende des Abends erhielt jeder Gast den Brief „Post an die Zukunft“ – eine Ermutigung, selbst Teil der Lösung zu werden und Entscheidungen zu treffen, die kommenden Generationen guttun.
Diese „Post an die Zukunft“ finden Sie auch hier!
Februar
Marktoberdorf 2035 - Faktenbasiertes Träumen über MOD mit Stadtratskandidaten
Der * Klimatreff hatte mit einem Brief "We have a dream!" - Marktoberdorf 2035 Kandidaten für die kommende Stadtratswahl in das Pfarrheim St. Martin eingeladen um über die Vision einer lebenswerteren Stadt Marktoberdorf im Jahr 2035 zu diskutieren.
Der Einladung folgten 8 Kandidaten aus den Reihen der CSU, der Freien Wähler und der Grünen, darunter ein Kandidat für das Bürgermeisteramt. Insgesamt diskutierten knapp zwei Dutzend Bürger darüber wie die Stadt Marktoberdorf sich in den nächsten 10 Jahten weiterentwickeln sollte.
Der Bogen spannte sich von einem Verkehrskonzept der Zukunft wo Fußgänger, Radfahrer, Fahrdienste (ggf. autonom) sowie Individualverkehr optimal aufeinander abgestimmt sind, über einladende, begrünte Begegnungsräume, insb. im Zentrum - Stadtplatz und Georg-Fischer-Straße/Meichelbeckstraße. Hier wurden Beispiele von anderen Städten angeführt wo Beruhigung und Begrünung so gut von den Einwohnern angenommen wurden, dass sie sogar die Ausweitung auf andere Stadtteile forderten.
Zudem wurde angeregt, die verschiedenen kulturellen Veranstaltungen weiter zu vernetzen mit dem Stadtgeschehen (Modeon, Musikakademie, Musica Sacra, internationaler Chorwettbewerb, Künstlerhaus etc.) um den Bürgern noch mehr Lebensqualität in der Stadt zu bieten. Auch die zukünftige Konzepte der weiteren Wohnbebauungen in Bezug auf sozial ausgewogen, begrünt und stadtklimafreundlich (Stichwort Schwammstadt) wurden besprochen.
Das Feedback der Teilnehmer des Abends war durchweg positiv - we have a dream!
Klimatreff im Dezember 25
Zukunft beginnt mit Sehnsucht
Wie sieht eine Zukunft aus, die wir nicht aus Angst, sondern aus Sehnsucht gestalten? Dieser Frage widmete sich der nächste Klimatreff im Dezember. Im Mittelpunkt stsnf diesmal ein ungewohnter, aber entscheidender Gedanke: Für den ökologischen Wandel brauchen wir nicht nur Fakten und Maßnahmen – wir brauchen Vorstellungskraft, Hoffnung und Räume, in denen Neues entstehen kann.
Der Benediktiner David Steindl-Rast beschreibt Hoffnung als eine Haltung der Offenheit:
„Hoffnung ist die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen.“
Rob Hopkins, Mitbegründer der Transition-Bewegung, führt diesen Gedanken weiter:
„Ich verstehe Hoffnung jetzt als Entscheidung – und als Aufgabe.“
Damit wird deutlich: Zukunft ist nicht nur die Fortschreibung des Bekannten („Futurum“). Es gibt auch die andere Dimension, das „Adventus“ – das, was auf uns zukommt, unerwartet, schöpferisch, wenn wir bereit sind, es zu empfangen. Doch genau hier stellt sich die Frage:
Wie soll ich die Zukunft empfangen, wenn meine Hände voll sind – mit Sorge, mit dem Festhalten an Vergangenem, mit der Angst vor Veränderung?
Der Klimatreff lädt dazu ein, diese Frage nicht nur theoretisch zu stellen, sondern gemeinsam zu erspüren: Was heißt es, im Hier und Jetzt präsent zu sein – und gerade dadurch offen für das, was entstehen will?
Denn der Übergang bleibt herausfordernd. Doch genau dort, wo das Alte zerfällt, entsteht Raum für Neues – und wir sind eingeladen, daran mitzuwirken. Zukunft entsteht aus Verbindung: zwischen Generationen, Bewegungen und verschiedenen Formen des Wissens. Sie ist eine kollektive Praxis, ein gemeinsames Trainieren unseres „Zukunftsmuskels“.
Klimatreff im Oktober
„Klima und Soziales – Hoffnung für die Welt!?“
Unter diesem Motto stand der Klimastammtisch mit Stefan Mohr am 10. Oktober 2025. Im Mittelpunkt des Abends stand nicht die globale Perspektive, sondern die konkrete Situation im Ostallgäu: Mit welchen Fragen sind Familien, Ältere, Arbeitslose oder Migranten konfrontiert? Wie wirken sich etwa der Ausbau der Kindertagesbetreuung in Kitas und Grundschulen, der demografische Wandel auf Pflege und Betreuungsangebote oder das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum aus?
Eine zentrale Frage war: Wie hängen Klima und Soziales zusammen? Umwelt und Mensch sind gleichermaßen Teil der Schöpfung. Das technische und wirtschaftliche Wachstum der vergangenen Jahrzehnte hat große Fortschritte ermöglicht – aber auch erhebliche Belastungen geschaffen. Sowohl das Klima- als auch das Sozialsystem stoßen derzeit an ihre Grenzen. Notwendig sind nun klare Entscheidungen: weg von unbegrenztem Wachstum hin zu einem nachhaltigen, gerechten Lebensstil.
Wesentliche Impulse dafür finden sich in der Enzyklika Laudato Si’ von Papst Franziskus, die die untrennbare Verbindung von ökologischer und sozialer Verantwortung betont.
Diese Gedanken werden auch im ersten Lehrschreiben von Papst Leo XIV. erneut aufgegriffen – als eindringlicher Appell, ökologische Umkehr und soziale Gerechtigkeit gemeinsam zu denken.
Klimatreff im September:
Klimaschutz ohne Heiligenschein – ein ehrlicher Impuls
Liebe Klimafreundinnen und Klimafreunde,
vielleicht kennt ihr das: Man interessiert sich für Klimaschutz, möchte etwas beitragen – und hat gleichzeitig das Gefühl, nicht perfekt genug zu sein. Nicht konsequent genug. Nicht „klimarein“.
Ich kenne diesen Zwiespalt. Und ich möchte ihn heute bewusst ansprechen.
Seit Jahren engagiere ich mich für Klimaschutz – im Klimatreff, in der Kirchengemeinde, bei Parents for Future. Ich bin seit acht Jahren nicht mehr geflogen. Und doch habe ich mich mit meiner Frau entschieden, zur Feier unserer beiden 60. Geburtstage auf die Kanaren zu reisen – mit dem Flugzeug.
Das war keine spontane Laune, sondern eine bewusste Entscheidung. Und ich teile sie nicht, um sie zu rechtfertigen, sondern um zu zeigen: Klimaschutz lebt nicht von Perfektion, sondern von Verantwortung. Von Menschen, die sich ehrlich mit ihren Entscheidungen auseinandersetzen – und trotzdem handeln.
Was mich dabei nachdenklich stimmt: In unserer Gesellschaft scheint es manchmal, als würde ein einzelner Flug mehr Aufmerksamkeit erzeugen als jahrelanges Engagement. Menschen, die sich für Klimaschutz einsetzen, stehen oft unter besonders kritischer Beobachtung – gerade dann, wenn sie nicht alles perfekt machen. Dabei sollte unser Fokus nicht auf dem Fehltritt liegen, sondern auf dem gemeinsamen Bemühen, etwas zu verändern.
(Wenn wir etwas hinterfragen sollten, dann mehr die Gleichgültigkeit.)
Ich glaube, dass Klimaschutz nur dann Wirkung entfalten kann, wenn er auch im echten Leben Platz findet – mit Familie, mit Emotionen, mit Kompromissen. Ein Vorbild, das lebt, ist wirksamer als eines, das nur mahnt. Denn was bringt es, wenn wir alles richtig machen, aber niemand folgt uns? Gerade durch Offenheit und Nahbarkeit entsteht Vertrauen – und die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden.
Wir im Klimatreff wollen keine moralischen Maßstäbe setzen, sondern Räume schaffen für Austausch, Nachdenken und gemeinsames Engagement. Wer alles richtig machen will, ist bei uns genauso willkommen wie jemand, der gerade erst anfängt, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Klimaschutz braucht Haltung – aber auch Menschlichkeit. Und vielleicht wirkt unsere Bewegung gerade dann glaubwürdig, wenn wir offen mit unseren Widersprüchen umgehen.
Wenn euch dieser Gedanke anspricht, kommt zum nächsten Klimatreff am 12. September.
Herzlich Florian
Klimatreff am 9. Mai:
Die positive Annahme ermöglicht Wandel
Beim Klimatreff am 21. März und am 11. April und am 9. Mai haben wir gesehen, warum wir in vielen Bereichen viel optimistischer sein können und unsere Annahmen oft zu negativ sind.
- In Rumänien fahren inzwischen 90 Prozent der neu zugelassenen Busse fossilfrei.
- In Litauen und Estland liegt der Absatz von Wärmepumpen pro Tausend Haushalte zwischen zwei- und dreimal höher als in Deutschland.
- Grünes Wachstum ist möglich (Klimaatlas Luisa Neubauer)
- Das Wachstum der Weltbevölkerung stagniert bald
- etc. etc. etc.
Unsere Annahmen stimmen oft nicht, aber sie bestimmen uns, uns selbst und unsere Gesellschaft. Sie bestimmen auch unsere Wandlungsfähigkeit. Falsche Annahmen können, wie selbsterfüllende Prophezeiungen sein.
Nicht die Klimakrise ist die größte Krise unserer Zeit, sondern die Illusion unserer Bedeutungslosigkeit der Glaube, dass unser Handeln nichts bewirkt.
Studien zeigen: Fast 70 Prozent der Menschen weltweit wären bereit, einen Teil ihres Einkommens für den Klimaschutz einzusetzen – doch weniger als die Hälfte glaubt, dass andere genauso handeln würden!
Doch was wäre, wenn wir diese Annahme umdrehen? Wenn wir nicht länger darauf warten, dass andere den ersten Schritt machen, sondern selbst ins Tun kommen? Deshalb:
Weniger Fokus auf das, was nicht geht – mehr Aufmerksamkeit für das, was möglich ist.
Weniger Zweifel, ob andere handeln – mehr Vertrauen in das, was wir selbst tun könne
Dieses so notwendige und stimmungsaufhellende Thema hat so großen Anklang gefunden, dass wir es unbedingt beim nächsten Treff schon am 9. Mai fortführen wollen um Wandel möglich zu machen.
Optimistische Grüße
Florian Kautzky
Siehe auch Sommerermutigungen von Matthias Horx:
https://www.horx.com/110-die-sommer-ermutigung/
21. März und 11. April siehe Startseite und hier:
Impulse des letzten Treffens:
- ein toter Baumstamms. Er ist tot, aber voller Leben (Insekten, Würmer, Pilze, Moose ...)
- Es ist viel mehr Frieden und Wohlwollen auf der Erde als Krieg und Hass.
- Die Fülle des Lebens sehen, nicht die Defizite (Vor jeder Bitte, dreimal Danke)
- Die Kleinen Welten, die überall entstehen, wahrnehmen.
- Die Welt wird jeden Tag ein Stück besser und ein Stück schlechter.
- Stärken wir, was Lebensbejahend ist
- Öffnen wir uns dem Leben und lauschen
- Abgeerntete Stoppelfelder - Volle Scheunen mit Ernte.
- Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt.
- Behalte eine Wohlwollende Haltung zu dir
- Du darfst dir selbst ein guter Freund sein
Transformation can not be manufactured. It can only be gardended
Wir müssen die Welt nicht gleich heute fertig retten.
Verena König:
Nicht gemeinsam in den Kampf ziehen, sondern gemeinsam am gleichen Strang ziehen. Du auf deine Weise, ich auf meine Weise. Es ziehen noch 5 andere mit. Ich kann auch mal eine Pause machen, weil wir gemeinsam an einem Strang ziehen für ein übergeordnetes Anliegen.
Nachhaltiger Urlaub (vom 17. Januar 25)
Warum machen wir Urlaub? Ein Plädoyer für die Reise nach Innen
Joachim Weiss stellte im letzten Klimatreff eine beeindruckende Zugreise zum Nordkap und weiter durch Europa bis Andalusien vor, insgesamt über 10.000 Bahnkilometern. Aber wie weit muss eine Reise wirklich gehen? Wir stellten uns die Fragen wie nachhaltiges Reisen gelingt (siehe unten) und was wir von einem Urlaub erwarten. Antworten waren: Ruhe und Erholung – Tapetenwechsel und Unterbrechung des Alltags – Andere Menschen und Kulturen kennenlernen – Abenteuer ...
Auch eine Reise nach Innen kann viele dieser Erwartungen erfüllen, ohne CO2 Ausstoß. Ruhe und Erholung, die wir uns in einem Urlaub wünschen, finden wir oft nachhaltiger in Zeiten der Stille, die wir uns gönnen. Gleichzeitig sind das Unterbrechungen des Alltags, in denen sich neue unerwartete Räume eröffnen, die einem Abenteuer gleichen können, das wir im Ausland so oft gar nicht erleben. Die Reise vom Kopf zum Herzen, ist die weiteste die es gibt.
(Mit diesem Video darf ich euch zu einer 3 Minuten Reise nach innen einladen.)
Basisinformation zum nachhaltigen Reisen
Jede vierte Tonne CO2 wird in Deutschland durch den Tourismus erzeugt.
- Nahe Reiseziele
- Besser einmal 3 Wochen anstatt 3 mal 1 Woche Urlaub: Weniger Anfahrt, weniger Neubezug
- Nachhaltigere Verkehrsmittel
1. Priorität: Am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad
2. Priorität: Bus und Bahn
3. Priorität: Auto: an der besten Fahrgemeinschaft, Carsharing, Elektrisch mit grünem Strom laden
4. Priorität: Flugzeug: enormer CO2 Ausstoß; möglichst meiden! - CO2-Verbrauch ausgleichen ist leider nicht wirklich möglich (siehe auch hier)
Gar nicht Fliegen ist besser als Fliegen & Kompensieren. Aber zu fliegen ohne zu kompensieren ist am schlechtesten.
Gesellschaftlichen Wandel
Der große Hebel zur Lösung der Klimakrise
Am 23. Oktober fand ein Vortrag im VHS Gebäude Buchloe statt. Die erste Kooperation der VHS Buchloe mit dem Klimatreff - Mensch und Zukunft der Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf.
Im Vortrag ging es um einen umfassenden Ansatz zum Umgang mit der Klimakrise, der Themen wie Ressourcenschonung und Genügsamkeit, aber auch Zufriedenheit und Gesundheit in den Blick nimmt. Statt apokalyptischer Bilder zu zeigen, wird der wirkungsvolle Hebel des gesellschaftlichen Wandels und unsere Möglichkeit mitzugestalten aufgezeigt.
Werner Koldehoff konnte als Naturwissenschaftler fundiert die Dringlichkeit der Problematik darstellen. Er war früher auch als Berater der Bundesregierung für nachhaltige Energie und Wirtschaft tätig und konnte so als souveräner Sprecher auch die Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.
Mit seiner persönlichen Betroffenheit, auch als Mitgründer von „Omas for Future“ waren seine Ausführungen sehr authentisch.
"Plastik-Fantastik" in der Filmburg MOD mit Sylvia Schaab

Dokumentarfilm "Plastik Fantastik" mit Austausch mit Sylvia Schaab von "Plastikfreies Augsburg"
Erste Kooperation von VHS, Filmburg und Klimatreff
Am 23. September 2024 wurde der Dokumentarfilm "PLASTIC FANTASTIC" in der Filmburg in Marktoberdorf gezeigt. Ein Abend über die Plastikkrise und möglichen Lösungen. Im Anschluss fand ein Austausch mit der bekannten Aktivistin Sylvia Schaab vom „Forum Plastikfrei“ aus Augsburg statt.
Der Film: "PLASTIC FANTASTIC" zeigt wie Plastik inzwischen nahezu jeden Bereich unseres Lebens durchdringt– von den Flüssen und Meeren bis hin zu unserer Luft, dem Boden und sogar unseren Körpern. Die Regisseurin Isabella Willinger beleuchtet in ihrem Dokumentarfilm "PLASTIC FANTASTIC" die weltweite Plastikkrise aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Film porträtiert unter anderem den Umweltanwalt Steven Feit, der aufdeckt, wie Kunststoffe in die Wachstumsstrategie der Erdölindustrie eingebunden sind, sowie Sharon Lavigne, die in Louisiana gegen Umweltverschmutzung und Umweltrassismus kämpft. Die Ozeanografin Sarah Jeanne Royer zeigt die verheerenden Auswirkungen von Mikroplastik an den Küsten Hawaiis, während der kenianische Fotograf James Wakibia mit seinen Aufnahmen auf das Problem von Einwegplastik hinweist. In Hamburg treibt Chemiker und Erfinder Michael Braungart die Vision einer plastikfreien Welt voran. Dem gegenüber stehen Lobbyisten wie Joshua Baca und Ingemar Bühler, die für neue Recyclingtechnologien werben. „Unaufgeregt und faktenbasiert, was wohl am meisten überzeugt in diesem sehr informativen [...] Film, der sich Zeit lässt, wo andere zu (vor-)schnellen Schlüssen kommen,“
urteilt film-rezensionen.de.
https://filme.kinofreund.com/f/plastic-fantastic
Klimapilgern, was ist das?
Am Freitag, den 6. September haben wir es ausprobiert. Von der Kirche in Burk zum Zielpunkt nach Thalhofen.
Was hat Pilgern mit dem Klima zu tun? Im Grunde handelt es sich dabei um eine besondere Form des Reisens. Neben vielen anderen Ursachen hat auch die Touristik einen nennenswerten Anteil an den durch Menschen verursachten Treibhausgasemissionen. Eine Studie hat ihren Wert sogar auf ca. acht Prozent beziffert. Es lohnt sich also, auch hier über umweltfreundliche Alternativen nachzudenken. Wir sind der Meinung, dass auch das Pilgern dabei eine Rolle spielen kann.
Gleichzeitig ist Pilgern ein spirituelles Geschehen. Der Körper und seine Bewegungen gehören ganz wesentlich zur Spiritualität. So ist Pilgern auch eine spirituelle Suche. Eine Suche zu mehr Verbundenheit mit Gott und seiner Schöpfung.
“Eintauchen in die Liebe Gottes, heißt auftauchen in den großen sozialpolitischen Fragen.” (Pierre Stutz)

Von kleinen Flächen zu großen Lösungen: Gemeinsam für die Artenvielfalt im Ostallgäu
Eggenthal, Blumenried 6 – Inspiriert von einem Abend mit engagierten Mitgliedern des Klimatreffs „Mensch und Zukunft“ der Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf, lud Sylvia Lustig interessierte Bürgerinnen und Bürger zu sich nach Hause ein, um Einblick zu geben in die praktischen Maßnahmen, die sie in den letzten 20 Jahren zur Förderung der Artenvielfalt auf ihrem Grundstück umgesetzt hat.
Auf ihrem rund zwei Hektar großen Grundstück schuf Sylvia Lustig in den letzten 20 Jahren Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Was 2003 ausschließlich Grünfläche war, ist heute ein vielfältiger parkähnlicher Mikrokosmos mit artenreichen Wiesenflächen, einer Vielzahl an heimischen Gehölzen, kleinen Beeten für Biogemüseanbau, Feuchtflächen und Weideflächen für die beiden Pferde. Diese Vielfalt in der Flächengestaltung macht sich in der Zunahme der Gräser und Kräuter auf den Wiesen ebenso bemerkbar wie in der Zunahme von Vögeln und allerlei Säugetieren. Fuchs, Hase, Dachs und Reh treffen sich hier vor der Haustür, Vögel brüten in den Hecken, der Grünspecht findet hier Futter und Blindschleichen und Kröten halten sich in den feuchten Arealen, den Totholzhaufen und den Natursteinmauern aus den beim Umbau übrigen alten Ziegelsteinen auf.
Agrarwissenschaftler Markus Moser von der Stiftung Kulturlandschaft Günztalführte die Teilnehmenden mit anschaulichen Erzählungen über die Bedeutung der Biodiversität über das Grundstück. Nach Erläuterungen zur Entstehung unserer Kulturlandschaft erklärte Moser, wie einfach es ist, Artenvielfalt zu fördern, selbst auf kleinen Flächen. Er gab praktische Tipps, wie auch auf kleinsten Flächen ein Beitrag zur Biodiversität geleistet werden kann: Offene Stellen in der Erde bieten Insekten Brutmöglichkeiten, das Mähen von Teilbereichen eines Rasens zu unterschiedlichen Zeitpunktenoder das Verbleiben von Schnittgut im Garten sind weitere einfache Maßnahmen, um Lebensräume für Insekten, Igel, Kröten oder Blindschleichen zu schaffen, die dann wiederum Schneckeneier reduzieren.
Die Stiftung Kulturlandschaft Günztal setzt sich aktiv für die naturschonende Grünlandwirtschaft im Biotopverbund ein. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vernetzung von Lebensräumen, um die Wanderung und Ausbreitung von Tier- und Pflanzenarten zu erleichtern. Durch Kooperationen mit Landwirtinnen und Grundstücksbesitzerinnenwerdenim Projekt „Insektenfreundliches Günztal“Strukturelemente, wie beispielsweise Totholzhaufen, und die insektenfreundliche Doppelmessermahdimplementiert, die sowohl die Artenvielfalt fördern als auch die weitere landwirtschaftliche Bewirtschaftung ermöglichen.
Die Teilnehmenden waren sich beim anschließenden Austausch einig, dass sie viele praktisch anwendbare Tipps mitnehmen und nur eine Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Landschaftspflege und Naturschutz das Thema umfassend vorantreiben kann.
Für mehr Informationen zu der Stiftung Kulturlandschaft Günztal hier: insektenfreundliches.guenztal.de
"Unsere" Plakate jetzt in Kempten
Ab Samstag, den 20. Juli werden die Plakate "Schöpfung bewahren im Haus des Schöpfers" (Hier zu sehen) und die neuen Motive von Omas for future (Hier zu sehen) in Kempten am Hildegardplatz zu sehen sein.
Photovoltaik und E-Lademöglichkeiten in Einkaufsmärkten
Der Klimatreff- Mensch und Zukunft der Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf steht im Gespräch mit den 7 großen Einkaufsmärkte in Marktoberdorf zu den Themen PV, E-Mobility und Plastik. Erste Ergebnisse
zeigen, dass in Marktoberdorf nur ein Einkaufsmarkt PV-Anlage hat und den Strom für das eigene
Gebäude und die E-Ladestationen nutzt (V-Markt). Nur drei Einkaufsmärkte bieten
Lademöglichkeiten für E-Autos an - V-Markt 19ct/kWh (mit Virta-App), Lidl 29ct/kWh (mit LidlPro-
App) und Kaufmarkt/Feneberg zu den Ladekartenkonditionen (z.B. EnBW 41ct/kWh,
Schnellladetarif entsprechend teurer). Des Weiteren bietet derzeit außer bei Obst und Gemüse nur
Kaufmarkt/Feneberg ein Unverpakt-Regal mit Nüssen, Nudeln, Trockenfrüchten etc. an. Weitere
Ergebnisse, insb. was für die nahe Zukunft jeweils geplant ist, wird folgen. Zum Thema Verpackung
wird in Kooperation mit der VHS Ostallgäu Mitte und der Filmburg am Montag, den 23.9. der
Dokumentarfilm „ Plastik Fantastik“ gezeigt mit anschließendem Gespräch mit Sylvia Schaab von
„Plastikfreies Augsburg“.